Als der Bogen Papier aus der Presse kam, leuchteten Gabriele Belings Augen. Die Dachauerin war Teilnehmerin an der exklusiven Veranstaltung, die der BRK Silber Club in der Druckwerkstatt der KVD veranstaltete.

Unter der Anleitung von Dieter Faustmann, Richard Wallner und Bruno Schachtner lernten Gabriele Beling und Sepp Baur in der Druckwerkstatt an der Brunngartenstraße die historischen Drucktechniken, wie sie in der MD Papierfabrik noch ausgeführt wurden, kennen und führten sie eigenständig an den großen Pressen und Druckmaschinen aus.

Die Idee dazu hatte Julia Kießig. Als Projektkoordinatorin organisiert und betreut sie im BRK Dachau den Silber Club, der sich mit besonderen Angeboten an aktive Bürgerinnen und Bürger der Generation 60+ richtet. Die Veranstaltung wurde von der Stadt Dachau gefördert und die Teilnahme war kostenlos. Wegen Corona musste der Druck-Tag geteilt und die Teilnahme jeweils auf fünf Personen beschränkt werden.

von links; Sepp Baur, Richard Wallner und Gabriele Beling an der Presse.
von links; Sepp Baur, Richard Wallner und Gabriele Beling an der Presse.

Der Druck-Tag war die Auftaktveranstaltung des Projekts „PapierfabrikGeschichten“. Dabei handelt es sich um ein biografisches Buchprojekt, das Geschichten und Erinnerungen von ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Vertrauten der MD-Fabrik sammelt. Aus diesem Grund war auch Sepp Baur unter den Teilnehmern. Der Dachauer, der sich seit Beginn auch im Wasserturm-Förderverein engagiert, hat in der MD gearbeitet und kümmert sich bis heute um das Firmengelände. Gabriele Beling hat ebenfalls einen Bezug zur früheren Papierfabrik. „Freunde und Bekannte von mir haben dort gearbeitet. Die MD ist für mich Bestandteil der Dachauer Stadtgeschichte und prägendes Industriedokument.“

Zum Drucken wurden die historischen Bleisätze verwendet, die zum Teil noch aus der Zeit um 1862 stammen. Besonders schön fand die Dachauerin die eleganten Jugendstil-Schmuckelemente aus den 1920er Jahren, die für besondere Gelegenheiten, wie den Druck von Urkunden verwendet wurden. Unter der professionellen Anleitung von Bruno Schachtner gestalteten Gabriele Beling und Sepp Baur individuelle Postkarten, die dazu dienen, das Papierfabrikgeschichten-Projekt zu illustrieren. Projektkoordinatorin Julia Kießig erläutert: „Wir möchten die Älteren in Dachau einladen, sich in sinnvolle Projekte einzubringen. Die Papierfabrik ist von hoher gesellschaftlicher Relevanz und deshalb setzen für uns für die soziale Dimension dieser Dachauer Geschichte ein.“ Sie freut sich über weitere Interessenten: „Willkommen sind nicht nur ehemalige Mitarbeiter der MD, sondern auch Menschen aus Stadt und Landkreis Dachau, die Lust haben, an der Recherche oder Gestaltung des Buchprojektes mitzuwirken.“

Interessenten können sich auf der Website informieren: https://kvdachau.brk.de/papierfabrik/

Bei Fragen können sich Interessenten an folgende Email-Adresse wenden: papierfabrik@kvdachau.brk.de