Seit neun Jahren überprüft das BRK Dachau im Rahmen des Qualitätsmanagements regelmäßig seine Angebote und Leistungen. Alle drei Jahre wird der Dachauer Wohlfahrtsverband in den Bereichen Notfallrettung und Krankentransport, Fachpraktische Ausbildung im Rettungsdienst, Einsatzleitung Rettungsdienst, Patientenfahrdienst, Hausnotruf sowie in der Breitenausbildung nach einer Din Norm qualifiziert.

Um diesen hohen Qualitätsanspruch dauerhaft und uneingeschränkt halten zu können, wurde im Kreisverband eine eigene Stabsstelle Qualitätsmanagement ins Leben gerufen. „Die Patienten stehen bei uns im Mittelpunkt. Aus diesem Grund müssen wir diesem Bereich in unserer täglichen Arbeit ein großes Gewicht beimessen“, erläutert der BRK-Kreisgeschäftsführer Paul Polyfka.

Seit zwei Jahren verantwortet Ralph Schöner den Fachbereich Qualitätsmanagement. Er kennt die Rotkreuzarbeit in allen ihren Facetten. Im August 2008 kam er zum Roten Kreuz, absolvierte ein Freiwilliges Soziales Jahr im Kreisverband Aichach-Friedberg und war hauptamtlich im Kreisverband München als Rettungssanitäter tätig. Seit 2011 steht Ralph Schöner dem Kreisverband Dachau zur Verfügung. Der 29-jährige Röhrmooser arbeitete im BRK Dachau als Rettungsassistent und war stellvertretender Wachleiter in Odelzhausen.

Qualitätsbeauftragter Ralph Schöner (rechts) mit dem BRK-Kreisgeschäftsführer Paul Polyfka (stehend) und seinem Stellvertreter und Leiter Rettungsdienst Dennis Behrendt in der Rettungswache Gröbenried.
Qualitätsbeauftragter Ralph Schöner (rechts) mit dem BRK-Kreisgeschäftsführer Paul Polyfka (stehend) und seinem Stellvertreter und Leiter Rettungsdienst Dennis Behrendt in der Rettungswache Gröbenried.

Für die neue anspruchsvolle Aufgabe waren trotzdem verschiedene Fortbildungen nötig, denn im Mai 2018 erfolgte die Umstellung auf die neue Norm ISO 9001 20015. Ralph Schöner erläutert: „Überall, wo Wettbewerb herrscht, verändern sich die Anforderungen und steigen, auch im Gesundheitsbereich. Wir müssen jetzt andere Schwerpunkte im Ausfall- und Risikomanagement setzen.“ Dafür absolvierte er 2017 eine Zusatzausbildung beim TÜV. Seine Verantwortung erfordert nicht nur großes Fachwissen, sondern auch schnelle Entscheidungen. „Für den Fall, dass ein EKG oder ein Defibrillator während einer Schicht kaputt geht, muss ein Ersatzgerät zur Verfügung stehen. Die gesamte Besatzung des Rettungswagens muss auf dieses Ersatzgerät eingewiesen sein“, erklärt er. Er nennt ein weiteres Beispiel: „Was passiert, wenn ein Einsatzwagen einen Unfall hat? Wer wird in so einem Fall benachrichtigt?“ Das BRK Dachau hält für solche, Gott sei Dank seltenen Fälle, ein eigenes Kommunikationssystem vor.

Das Qualitätsmanagement wurde 2013 im BRK Kreisverband Dachau eingeführt. Gesetzliche Grundlagen sind unabdingbar einzuhalten, beispielsweise im Rahmen des Rettungsdienstgesetzes. Im Bereich Hausnotruf ist der Datenschutz ein wichtiges Thema. Schöners Ziel ist es darüber hinaus, Arbeitsabläufe zu verschlanken und übersichtlicher zu machen, damit sich die Mitarbeitenden im „Dokumentendschungel“, wie er es nennt, schneller zurecht finden. Er betont: „Alles zum Wohle der Patienten.“ Ralph Schöner ist auch verantwortlich für den Einsatzleiterdienst. Dieser ist zwar gesetzlich vorgeschrieben, wird aber von den Krankenkassen nicht bezahlt. Das heißt, dass diese Leistung ehrenamtlich erbracht wird, sofern mehr als zwei Verletzte betroffen sind. Ralph Schöner koordiniert die dafür notwendigen Strukturen, wie Diensteinteilung und Fahrzeugpflege. Der BRK-Kreisgeschäftsführer Paul Polyfka betont: „Das BRK Dachau ist Qualitätsführer im Rettungsdienst. Uns wird von der Bevölkerung großes Vertrauen entgegengebracht. Dieses müssen wir mit besten Leistungen, Weitsicht und Herz erfüllen.“ Dennis Behrendt, Leiter Rettungsdienst und stellvertretender Kreisgeschäftsführer, ergänzt: „Wir sind froh, dass wir mit Ralph Schöner einen erfahrenen Rotkreuzler in diesem Fachbereich haben. Um zukunftsfähig zu bleiben, müssen wir unsere Expertise unermüdlich vorantreiben.“