Für Inge Stecher war es ein Festtag. Die Dachauerin muss mit 620 Euro Rente auskommen und kann sich einen Besuch auf dem Dachauer Volksfest nicht leisten. Am letzten Tag des Dachauer Volksfestes war sie mit rund 20 anderen bedürftigen Rentnerinnen und Rentnern in das Zelt von Detlef Sennefelder zum Mittagessen eingeladen. „Das ist super!“, strahlte sie. So wie Inge Stecher ergeht es vielen anderen Rentnern, die ihre Lebensmittel von der Dachauer Tafel beziehen müssen, weil sie am Existenzminimum leben. Die Tafel-Leiterin Edda Drittenpreis und ihr Team kennen diese Sorgen. Edda Drittenpreis freute sich über die gelungene Einladung mindestens genauso wie die Senioren. „Das war eine grandiose Idee“, lobte sie die Aktion von Detlef Sennefelder. Der Volksfestwirt unterstützt die Tafel seit Jahren und weiß um die Not der älteren Mitbürger. „Ich kenne die Problematik der rentenschwachen Senioren aus der eigenen Familie. Gerade die Kriegsgeneration ist oft zu stolz, um sich helfen zu lassen“, so Sennefelder. Allein schon deshalb ist es ihm ein Herzensanliegen, bedürftigen Senioren einen schönen und sorgenfreien Nachmittag zu bereiten.

Detlef Sennefelder (2. von links/stehend) mit den Senioren der Tachauer Tafel. Rechts: Elias Dinnyes, Edda Drittenpreis und Paul Polyfka.
Detlef Sennefelder (2. von links/stehend) mit den Senioren der Tachauer Tafel. Rechts: Elias Dinnyes, Edda Drittenpreis und Paul Polyfka.

Ein weiterer Anlass sei der Bierausschank, den der Familienbetreib heuer erstmalig auf dem Volksfest betreibt. „Wir haben zwar nicht viele Sitzplätze in unserem Zelt, aber diese Weise können wir den Älteren in unserer Gesellschaft etwas zurückgeben“, so Sennefelder. Auch den BRK-Kreisgeschäftsführer Paul Polyfka überzeugt die spontane Aktion. „Für das BRK ist Altersarmut ein wichtiges, aber schwer greifbares Thema. Für uns als Wohlfahrtsverband ist es eine Herausforderung sinnvolle Angebote zu finden, um bedürftigen Menschen niederschwellig helfen zu können.“ Für die Senioren war der Nachmittag bei Sennefelder`s mit Schweinsbraten, Bratwürsten und einer Maß Bier ein unvergessliches Erlebnis. Ein Lebkuchenherz gab es obendrein. Der 71-jährige Elias Dinnyes war früher selbstständig und muss von 64 Euro Rente  leben. „Ich könnte mir das niemals leisten“, strahlte er.