Seit fast 30 Jahren leistet das BRK Dachau Hilfe im Ausland. Zwei bis vier Mal pro Jahr fahren die ehrenamtlichen Helfer und Helferinnen des Dachauer BRK-Kreisverbandes mit Lastzügen in die Ukraine und bringen Hilfsgüter in die Dörfer. Aus der humanitären Spontanhilfe hat sich im Lauf der Jahre eine Partnerschaft mit den beiden unterstützen Regionen Iwano Frankiwsk und Uzhgorod entwickelt.

Die Spenden werden das ganze Jahr über vom BRK gesammelt, von der Kleidung bis zum Computer. Die ehrenamtlichen Helfer opfern ihre Freizeit, so wie Jörg Zimmermann und Peter Sedlmair, der die BRK-Auslandshilfe seit vielen Jahren leitet. Anfang Dezember fuhren die beiden BRK-Helfer für fünf Tage mit einem LKW nach Uzhgorod in den Karpaten und brachten eine Ladung Hilfsgüter zu den Menschen. Auch besuchten sie die Geschäftsstelle des Roten Kreuzes in Uzghorod, um sich nach dem aktuellen Stand zu erkundigen und nach weiterem Bedarf zu fragen.

Uzhgorod

Das, was in unserer Wohlstandsgesellschaft technischen Anforderung oder Komfortstandards nicht mehr genügt, ist für die Menschen in der Ukraine reinster Luxus. Während in Deutschland die Technik auf höchstem Niveau ist, aber Personalmangel herrscht, gibt es in der Ukraine sehr viel williges Personal, das mit einer mangelhaften Ausstattung zurechtkommen muss.

In das Pflegeheim Rakoshino lieferten Sedlmair und Zimmermann dringend benötigte Krankenbetten. 20 Patienten, davon elf bettlägrige, werden dort von fünf Krankenschwestern, zehn Pflegehelfern, einer Hauptschwester, zwei Köchinnen und einem Arzt betreut, der eine halbe Stelle hat. Peter Sedlmair und Jörg Zimmermann berichten: „Das Pflegeheim befindet sich in einem baufälligen Zustand. Es wurde von der zentralen Wärmeversorgung abgekoppelt. Es gibt nur noch Elektroradiatoren und es ist ungewiss, wie es bei sehr kalten Temperaturen werden wird.“ 

Beim Treffen mit der Leiterin des Roten Kreuzes in Uzhgorod Ivanna Szabo informierten sich Sedlmair und Zimmermann über die aktuellen Rahmenbedingungen. Das Rote Kreuz in Transkarpatien verfügt über elf Mitarbeiter in der Verwaltung, 290 Mitarbeiter im gesamten Gebiet für die Projekte sowie neun ehrenamtliche Mitarbeiter. Die Aufgaben sind vielfältig. Dazu gehört die Versorgung von rund 8000 hilfsbedürftigen Menschen im gesamten Gebiet mit Kleidung sowie die medikosoziale Betreuung von 1100 Tuberkulosepatienten, von denen 400 ständige Hilfe mit Lebensmitteln, Hygieneartikeln, psychosoziale Hilfen, Telefonkarten, Diagnostik und Kleidung benötigen. In der Armenküche von Irschava, 90 km von Uzhgorod entfernt, werden täglich 40 Personen mit Essen versorgt. Geflüchtete Migranten, die an den EU-Grenzen aufgegriffen werden, erhalten Hilfe in Form von Kleidung, und Binnenflüchtlinge aus der Ostukraine – etwa 200 Familien – werden mit Möbeln, Küchen- und Haushaltsartikeln, Telefonkarten und medizinischen Artikeln versorgt. 

Uzhgorod

An zehn stationären Punkten im Gebiet von Transkarpatien finden mehr als 950 drogenabhängige Menschen Unterstützung. Sozial begleitet werden außerdem rund 230 Prostituierte sowie 60 vorwiegend jugendliche Straftäter im Alter von 13 bis 16 Jahren, die unter Hausarrest stehen. Sie erhalten Lebensmittel, Kleidung und Geschenke an Weihnachten und Ostern.

Der Bedarf an Hilfsgütern in der Ukraine ist nach wie vor groß. Vor allem in den ländlichen Regionen herrscht eine große Kluft zwischen Arm und Reich. Staatliche Krankenhäuser werden vernachlässigt, für Investitionen gibt es kein Budget. So benötigt das Pflegeheim in Rakoshino dringend Kleiderschränke, abwaschbare Stühle, Bänke für Außenbereich, Windeln und Bettwäsche.  Außerdem werden Kinderbetten für Kinder bis zwei Jahre sowie Hochstühle zum Füttern der Kleinkinder benötigt. Hilfsgüter-Spenden werden jeden ersten Samstag im Monat von 10 bis 13 Uhr in Pellheim, Viehauser Str. 2, angenommen.

 

Wer für die BRK Auslandshilfe spenden möchte:

Volksbank Raiffeisenbank Dachau eG –  IBAN: DE98 7009 1500 0000 0259 09  BIC: GENODEF1DCA

Sparkasse Dachau – IBAN: DE97 7005 1540 0000 9234 66    BIC: BYLADEM1DAH 

 

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