Seit 100 Tagen ist das REF im Einsatz: Das innovative Rettungseinsatzfahrzeug des BRK Dachau ist schon jetzt eine Erfolgsgeschichte

Das neue Rettungseinsatzfahrzeug (REF) des BRK Dachau entlastet den Rettungsdienst. Dieser hat immer mehr Einsätze zu bewältigen, die in den meisten Fällen keinen Krankenhaustransport erfordern. Was mit der Einführung des REF am 1. Dezember 2025 als Pilotprojekt begann, hat sich schon jetzt zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt. 

Nicht jeder Einsatz ist ein Notfall, bei dem unmittelbare Lebensgefahr besteht und ein Transport in ein Krankenhaus erforderlich ist. In einem solchen Fall kommt das REF - ein speziell ausgestatteter Mercedes-Kombi - mit einem ausgebildeten Notfallsanitäter. Es garantiert eine passgenaue Versorgung, wenn der Patient zwar einen Hilfebedarf hat, aber nicht in unmittelbarer Lebensgefahr ist und auch nicht in die Klinik muss. Auf diese Weise können bisher häufig unnötige Rettungsdiensteinsätze, zu denen ein RTW und oft zusätzlich auch noch ein Notarzt alarmiert wurden, vermieden werden.

Nach 100 Tagen zieht der Teamleiter REF, Lukas Griebel, eine erste Bilanz – und diese ist ausschließlich positiv. Der 26-jährige ausgebildete Notfallsanitäter ist auch Praxisanleiter. In einem Erweiterungsstudiengang studiert er Außerklinische Akut- und Notfallversorgung.

Bis dato wurde das REF zu rund 280 Einsätzen gerufen. Griebel erläutert: „Nur in etwa 30 Prozent der Fälle waren ein Rettungs- oder Krankenwagen für einen weiteren Transport notwendig. Damit erreichen wir eine sehr gute Quote.“ Dank der reibungslosen Abstimmung mit der Integrierten Leitstelle habe es auch keinerlei Startschwierigkeiten für das neue Einsatzfahrzeug gegeben, so Griebel. Aufgabe der Integrierten Leitstelle ist es, bereits am Telefon zu klären, ob es sich um eine lebensbedrohliche Situation handelt – oder eben nicht.

Lukas Griebel agiert bei einer Erstversorgung, wenn es sein muss, mit lebensrettenden Maßnahmen. Gerade im Winter waren saisonbedingt infektbezogene Ereignisse ein häufiger Grund, weshalb ein Notruf abgesetzt wurde. „Oft musste ich zu älteren Patienten, die mit der Krankheitssituation überfordert waren, oft auch einhergehend mit einer allgemeinen Schwäche“, so Griebel. Aber auch ein hoher Anteil von Patienten unter 60 Jahren sowie Kinder seien zu versorgen gewesen. Immer wieder kommt es auch zu Stürzen zu Hause. In so einem Fall berät Lukas Griebel die Patienten und ihre Angehörigen, wie Teppich oder Kabel anders zu legen sind, um Stolperfallen zu vermeiden. Ziel ist es dabei, die Notwendigkeit einer Krankenhausbehandlung bereits durch präventive Maßnahmen zu verhindern.

Mit dem innovativen REF setzte das Rote Kreuz in Dachau in seiner Rettungsgeschichte erneut einen Meilenstein. Das REF ist an Wochentagen von 9 Uhr bis 17:30 Uhr im Einsatz, an den Wochenenden von 13 Uhr bis 21:30 Uhr. Lukas Griebels Team besteht aus 14 ausgebildeten Notfallsanitätern und -sanitäterinnen. Das Einsatzgebiet umfasst die Stadt Dachau, den Landkreis und darüber hinaus sowie Fürstenfeldbruck. Mit dem BRK Kreisverband Fürstenfeldbruck pflegt das BRK Dachau eine Kooperation. Das REF ist mit EKG, Defibrillator, einer Absaugpumpe zur Reanimation und einem Notfall-Rucksack ausgestattet, wie er auch auf dem RTW ist. Es ist in der Rettungswache in Gröbenried stationiert – und fährt alle Ziele an, die nicht länger als 30 Minuten entfernt sind.

Foto: REF-Leiter Lukas Griebel mit dem neuen Rettungseinsatzfahrzeug des BRK Dachau