Das Dachauer Rotkreuzmuseum hat erneut einen bedeutenden Neuzugang erhalten. Es handelt sich um ein Künstlerporträt von Franz Xaver Heigl (1871-1953), einem Urgestein der Dachauer Rotkreuzgeschichte. Heigl war einer der ersten Kolonnenführer aus der Gründungszeit des BRK in Dachau. Das Bild stammt aus Familienbesitz von Heinz und Fritz Fiederer und wurde vom Dachauer Maler Giulio Beda angefertigt.
Die beiden Brüder Heinz und Fritz Fiederer sind die Urenkel von Franz Xaver Heigl. „Wir waren uns einig, dass das Porträt ins Museum gehört“, berichtete Fritz Fiederer. Mit ernstem Gesichtsausdruck schaut sein Urgroßvater Franz Heigl aus dem Bild. Im biedermeierlichen Oval des Bildausschnittes repräsentiert er den selbstbewussten Bürger in den besten Jahren. Heinz und Fritz Fiederer vermuten, dass die Kohlezeichnung um 1930 angefertigt wurde. Der bekannte Dachauer Maler Giulio Beda (1879-1954) stammte aus Triest und kam um 1900 zum Kunststudium nach München. 1907 ließ er sich dauerhaft in der Künstlerkolonie Dachau nieder. Beda war hauptsächlich Landschaftsmaler, Figurenbilder von seiner Hand sind sehr selten. Vermutlich gab es bestimmte Gründe, warum er Franz Xaver Heigl ausnahmsweise porträtierte. Eine Tochter Franz Xaver Heigls – Maria, war mit dem Metzger Fritz Böswirth verheiratet. Die zweite Tochter, Franziska, betrieb viele Jahrzehnte ein Lebensmittelgeschäft in der Dachauer Altstadt. Die Brüder Heinz und Fritz Fiederer vermuten, dass das Porträt ein Tauschgeschäft war. In der Dachauer Künstlerkolonie war es auch noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts keine Seltenheit, dass die meist mittellosen Künstler - zumal in der wirtschaftlichen Not zwischen den beiden Weltkriegen - ihre Bilder gegen Waren tauschten.
Der Leiter des Rotkreuzmuseums, Tizian Bartling, freute sich sehr über die großzügige Spende. Heinz Fiederer hatte im Juni 2025 dem Rotkreuzmuseum bereits den Mitgliedsausweis seines Urgroßvaters Franz Xaver Heigl sowie weitere bedeutende historische Dokumente, Fotografien und Zeitungsausschnitte aus der Gründungszeit des Roten Kreuzes überlassen. „Mit dem Künstlerporträt können wir unsere Zeitdokumente abrunden. Franz Xaver Heigl war über Jahrzehnte der Inbegriff des Roten Kreuzes Dachau“, betonte Tizian Bartling. Das Porträt ist darüber hinaus auch ein Beweis, wie eng die Dachauer Bürgerschaft mit ihren Künstlern aus der Dachauer Künstlerkolonie verbunden war.