Nach einem schweren Unglück oder Schicksalsschlag sind sie in den ersten Stunden für Menschen in einer psychischen Ausnahmen da: Die ökumenische Notfallseelsorge und das Kriseninterventionsteam (KIT) des BRK im Landkreis Dachau. Die Organisationen arbeiten eng zusammen, um die psychosoziale Akuthilfe flächendeckend sicherzustellen. Beide Dienste sind speziell ausgebildet und verfolgen dasselbe Ziel: Menschen in ihren schwersten Stunden nicht allein zu lassen
Nun stellten die beiden ehrenamtlichen Organisationen ihre Jahresbilanz 2025 vor.
Gemeinsam leisteten die 30 Ehrenamtlichen von Notfallseelsorge und KIT insgesamt 895 Einsatzstunden psychosozialer Akuthilfe in der Stadt und im Landkreis Dachau. „Wir stellen eine steigende Tendenz fest“, berichtete die Leiterin der Notfallseelsorge, Barbara Niedermeier.
Es wurden knapp 700 Personen in 183 Einsätzen begleitet.
Gemeinsam waren die beiden Teams der psychosozialen Akuthilfe an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr, für Menschen in akuten Krisensituationen erreichbar – an Werktagen ebenso wie an Wochenenden und Feiertagen. Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betreuen Menschen, die nach einem plötzlichen Schicksalsschlag unter einer starken seelischen Belastung stehen oder sich in einer psychischen Schocksituation befinden. „Erste Hilfe für die Seele“, sagt Barbara Niedermeier, Notfallseelsorgerin und Gemeindereferentin in der katholischen Stadtkirche Dachau.
Sabrina Karlstetter und Renate Kraus wurden vor kurzem vom Landkreis Dachau zu neuen Führungskräften der psychosozialen Notfallversorgung ernannt. Sie übernehmen bei großen Schadenslagen oder im Katastrophenfall die Leitung dieses Einsatzbereiches und koordinieren alle Kräfte und Angebote der psychosozialen Akuthilfe vor Ort.
Barbara Niedermeier wurde zusätzlich zur Fachberaterin PSNV bestellt.
Hiermit verfügt der Landkreis Dachau zusammen mit Frank Schleicher nun über vier Führungskräfte im Bereich des Katastrophenschutzes.
Sabrina Karlstetter erläutert: „Wir sind da für Menschen, deren Leben gerade aus den Fugen geraten ist. Ziel ist es, Betroffene zu stabilisieren, ihnen Orientierung zu geben , ihre Handlungsfähigkeit wiederherzustellen und bei Bedarf an weiterführende Hilfen zu vermitteln – nicht Therapie, sondern professionelle Begleitung in den ersten, oft chaotischen Stunden.“ Alarmiert werden Notfallseelsorge und KIT über die Leitstelle, angefordert durch Rettungsdienst, Polizei oder Feuerwehr.