Dachau ist jetzt „Region der Lebensretter“ – BRK begrüßt neue Alarmierungs-App für qualifizierte Ersthelfende

Dachau gehört seit kurzem zur „Region der Lebensretter“. Dabei handelt es sich um eine Initiative, die qualifizierte Ersthelfer bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand mobilisiert, um bereits vor Eintreffen des Rettungsdienstes mit Wiederbelebungsmaßnahmen zu beginnen. Das BRK Dachau begrüßt die Einführung ausdrücklich: „Sie schließt eine entscheidende Lücke in der Rettungskette und kann die Überlebenschancen von Betroffenen deutlich erhöhen“, erklärte der BRK-Kreisvorsitzende Bernhard Seidenath.

Ab sofort können sich Freiwillige als Lebensretter in der neuen App registrieren und werden im Notfall alarmiert. Seit dem Start am 6. März wurden bereits sechs Alarmierungen erfolgreich durchgeführt. Über die Lebensretter-App werden nur volljährige und medizinisch geschulte Ersthelfende alarmiert. Das BRK Dachau leistet dazu einen wichtigen Beitrag. Neben Personal im Rettungsdienst bildet der Kreisverband auch zahlreiche Ehrenamtliche aus, die etwa bei Sanitätsdiensten auf Veranstaltungen, in den Bereitschaften oder bei der Wasserwacht im Einsatz sind. Auch diese qualifizierten Einsatzkräfte können sich in der App registrieren und so ihren Beitrag zu einer noch schnelleren Hilfeleistung im Notfall leisten.

Die Eignung der medizinisch geschulten Ersthelfer wird von den Organisationsadministratoren im Landkreis Dachau geprüft. Dazu gehören Dr. Christian Günzel, Chefarzt des Roten Kreuzes in Dachau, und der Ärztliche Leiter Rettungsdienst, Dr. Michael Daunderer. In enger Zusammenarbeit mit der Regionaladministratorin Alexandra Zimmermann vom Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Fürstenfeldbruck werden die geprüften Ersthelfenden anschließend für das System freigeschaltet. Dr. Christian Günzel erläutert: „Ein plötzlicher Herz‐Kreislauf‐Stillstand kann jeden treffen. In vielen Fällen verläuft er tödlich. Umso wichtiger ist schnelle Hilfe, denn jede Minute zählt. Mit sofortigen Wiederbelebungsmaßnahmen können die Überlebenschancen mehr als verdoppelt werden.“ Der BRK-Kreisvorsitzende Bernhard Seidenath betont, wie wegweisend diese neue digitale Benachrichtigungsmethode ist, die bundesweit funktioniert: „Ziel ist es, die ersten Minuten der Notfallversorgung durch die schnelle Reaktion von Ersthelfern zu verbessern. Alle im System registrierten Ersthelfenden werden in allen Leitstellenbereichen, die an das System angeschlossen sind, alarmiert. Von diesem großen, Regionen übergreifenden Helferpool profitieren alle beteiligten Städte und Landkreise.“

In den Landkreisen Dachau, Fürstenfeldbruck und Starnberg ist das System seit dem 6. März 2026 aktiv. Derzeit sind dort mehr als 850 qualifizierte Ersthelfer registriert.

Die Anmeldung ist einfach: Das Self-Sign-On berücksichtigt Funktionen wie Datenschutz- und Schweigepflichterklärung sowie das Hochladen von Qualifikationsnachweisen. Die Freischaltung erfolgt nach Überprüfung der Qualifikation durch die Verantwortlichen in den Regionen.

Alle Informationen zur App sind unter www.regionderlebensretter.de nachzulesen.

Foto: Dr. Christian Günzel (3.von links), Bernhard Seidenath, Alexandra Zimmermann, Christoph Adler (Referent Rettungsdienst), Dennis Behrendt (BRK-Kreisgeschäftsführer), Martin Noß (Leiter Rettungsdienst) mit dem Team der Rettungswache in Gröbenried (links und rechts).